Schmerzhaft schön

Jörg Westphal spielt eine der beiden Hauptrollen in dem ersten Musikvideo von Niniwe

Schmerzhaft schön

Es braucht nur wenige Sekunden, die ersten Töne erklingen, man sieht in das von Schmerz und Trauer gezeichnete Gesicht eines jungen Mädchens, das ihren sterbenden Vater in den Armen hält und die Verbindung von Gesang und Bildern entwickelt eine derart schmerzhaft schöne Poesie, dass sie einen nicht mehr loslässt.

 

Es ist das erste Musikvideo der A-capella Gruppe Niniwe aus Berlin. Die vier Frauen schreiben ihre Musik selber und können sich so genau die Stimmen geben, die ihren Klang so einzigartig machen. Klar und facettenreich, mit einer Intensität, die ergreifend ist. Regisseur Dennis Charly Bergande hat zu der Single „Branches“ eine Geschichte und Bildsprache gefunden, die diese Intensität auch filmisch fortsetzt. „Beim drehen hab ich erst gedacht, dass sie einen neuen Song für unseren Film schreiben müssen, denn die Geschichte erschien mir zu düster für das Stück“, erinnert sich Jörg Westphal. Er spielt einen Mann mittleren Alters, der nach längerer Haft aus dem Gefängnis entlassen wird und seine Tochter, die mittlerweile volljährige ist, anruft. Sie wollen sich endlich wiedersehen, doch während sie schon auf ihn zuläuft, holen ihn die Dämonen der Vergangenheit ein und er wird hinterrücks erstochen. Er stirbt in den Armen der Tochter.

Als Jörg Westphal das fertige Musikvideo jedoch sieht, ist er von der Arbeit begeistert. Denn auch wenn der Text des Liedes die Geschichte so nicht erzählt, passt die Musik doch atemberaubend gut zu den Bildern. „Ich fand es gerade toll, dass sie nicht die klassischen, klischeehaften Bilder gewählt haben, die zu der Stimmung der Musik natürlich auch passen“, erzählt Jörg Westphal. Und so ist ein Musikvideo erstanden, das noch lange nachklingt.

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