Ilja Richter singt Georg Kreisler

Ilja Richter singt Georg Kreisler

„…durch Kreislers Brille“

 

Ilja Richter gibt eine Hommage an den unvergesslichen Künstler. Ein Abend ganz in Kreislers Sinne: Poetisch, poesievoll und … frech! Schmelzende Klänge zu ätzenden Sätzen und umgekehrt, Klavierläufe spielen verrückt, während Ilja Richter mit harmloser Stimme hinterfotzige Geschichten zum Besten gibt.

 

Am Flügel: Die Virtuosin Sherri Jones, die noch mit dem Dichterkomponisten zusammengearbeitet und seine unbekannten Konzertstücke aus der Taufe gehoben hat.

„…durch Kreislers Brille“, zu singen, fällt Ilja Richter nicht schwer. Der für ihn größte Kabarett-Poet wohnt schon lange in seinem Kopf. Kreisler wußte das. Schätzte ihn. Schwer ist leicht was….Aber wenn Richter mit Meister-Pianistin Sherri Jones, dieser von Georg Kreisler bevorzugten Interpretin seiner Konzertstücke,  „loslegt“….von der Parodie, über lyrisch Surreales bis hin zu schärferen Liedern wie „Anders als die Anderen“, bestätigen Publikum und Presse dem Chansonnier und der Pianistin in dieser Art Einklang: Hier ist vieles anders als bei den anderen. Besser? Das steht auf einem anderen Notenblatt…. Anders allemal!

Sherri Jones

Seit jeher ist es der Pianistin Sherri Jones ein erklärtes Anliegen, musikalische Seitenpfade auszuleuchten, ihre so markanten wie hochsensiblen Interpretationen nicht nur auf das Standardrepertoire zu richten. Unter anderem hob sie Kurt Weills einziges Klavierstück aus der Taufe und spielte die Referenzaufnahme von Erwin Schulhoffs Kunstjazz ein. Nachdem sie überraschend von Georg Kreislers frühen Kompositionen für Klavier erfuhr, kam ein folgenschwerer Prozess in Gang: die Uraufführungen seiner klassischer Klavierwerke, deren Einspielung bei Wergo sowie die Herausgabe der Noten bei Schott. Neuerdings im Kosmos des legendären Kabarettisten angekommen, ist es ihr unverzichtbar, möglichst getreue Übertragungen seiner unübertrefflichen Klavierbegleitungen von Kreislers Aufnahmen herzustellen und aufzuführen.
Den üblichen solistischen Werdegang absolvierte die Pianistin durch Anregungen von renommierten Lehrern, drei glänzende Hochschulabschlüsse, erste Preise bei Klavierwettbewerben, langjährige kammermusikalische Tätigkeit sowie Hochschuldozenturen in den USA. Seit ihrer Übersiedlung nach Deutschland trägt die Pianistin beharrlich dazu bei, den Klavierkanon nachhaltig zu erweitern.

Sherri Jones
 
Ilja Richter und Sherri Jones harmonieren charmant miteinander und wettern amüsant gegeneinander. Sie lassen – absurd, abgefahren und artistisch – Kreislers wortgewandte, melodienreiche Dramolette des schwarzen Humors strahlen und funkeln.… Ein Abend nur mit besten Zutaten und ringsherum zum Verlieben.
Ilja Richter wirkt immer noch jugendlich und kann mit seiner Prachtstimme machen, was er will. Ein Clown mit Erdung und Mutterwitz. Zwischen Flügel und Caféhaustisch und vor einer Leinwand mit gelegentlichen Animationen in Schwarz-weiß singt er die Kreisler-Titel und thematisch verwandte Lieder. Mal ist ein Gedicht dazwischen, mal spielt Jones aus Kreislers Klavierwerken. Etwa aus seiner Klaviersonate von 1952, in deren 2. Satz er einen Walzer in seine Einzelteile zerlegte und schön schräg wieder zusammensetzte. Man hört: Der Mann hatte wirklich Ahnung von Musik.
...Ruheinseln und eine schöne Zumutung sind das im bittersüßen Lach- und Denksturm...Nach der Pause zieht die Intensität noch einmal an, wenn Richter mit ``Mein Weib will mich verlassen`` und mit ``Mütterlein`` das Publikum schelmisch um den Finger wickelt.
Ilja Richter und Sherri Jones